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Lohnrunde in Excel planen: Schritt für Schritt für Schweizer KMU

Autorenbild: NOLIQA Team
NOLIQA Team
vor 1 Stunde
6 Min. Lesezeit

Montagmorgen, eine Woche vor der Lohnrunde. Du hast drei Excel-Listen von drei Teamleitern, eine Vorjahresliste aus dem Payroll-System, ein grob skizziertes Budget von der Geschäftsleitung und zwei E-Mails mit "kurzen Anpassungswünschen", die alles andere als kurz sind. Am Ende der Woche gibt es sieben Dateiversionen, von denen keine mehr mit der anderen übereinstimmt. Kommt dir bekannt vor? Dann ist dieser Artikel für dich.

Es geht hier nicht um die Theorie hinter Lohnbändern oder die Frage Excel versus HR-Software – das haben wir anderswo bereits geklärt. Es geht um den Ablauf: Wie planst du eine Lohnrunde Excel Schweiz-tauglich, Schritt für Schritt, ohne dass am Schluss niemand mehr weiss, welche Zahl eigentlich stimmt.

Die gute Nachricht: Das Problem ist fast nie Excel selbst. Das Problem ist, dass der Prozess nirgends festgehalten ist. Jedes Jahr fängt wieder bei null an, jede Führungskraft erfindet ihr eigenes Format, und am Schluss wird unter Zeitdruck zusammengeflickt, was irgendwie zusammenpasst. Mit einer klaren Abfolge – von der Datenbasis bis zur Dokumentation – wird aus diesem jährlichen Chaos ein Prozess, den du einfach wiederholst.

1. Ausgangslage und Datenbasis bereinigen

Jede Lohnrunde beginnt mit einer Liste. Die Frage ist nur: mit wie vielen Fehlern. Bevor du irgendetwas planst, brauchst du eine einzige, saubere Datenbasis – nicht fünf Varianten davon.

Was in diese Basis gehört:

  • Mitarbeitendenliste – vollständig, ohne Duplikate

  • Aktueller Jahreslohn

  • Pensum / FTE

  • Rolle und Funktion

  • Level

  • Zugeordnetes Lohnband

  • Status: aktiv / inaktiv

  • Ein- und Austrittsdatum, falls relevant

Und dazu eine klare Stichtagslogik: Wer wird berücksichtigt, wer nicht? Jemand, der per 1. Dezember austritt, gehört nicht mehr in die Lohnrunde fürs nächste Jahr – aber das muss irgendwo festgelegt sein, nicht stillschweigend entschieden werden, wenn gerade jemand die Liste bereinigt.

Ein praktischer Tipp aus der Praxis: Lege den Stichtag schriftlich fest, bevor die erste Liste verschickt wird – nicht danach. Sonst diskutierst du mitten in der Lohnrunde plötzlich darüber, ob Person X, die im Oktober gekündigt hat, noch eine Erhöhung bekommt. Diese Diskussion willst du vorher geführt haben, nicht während der heissen Phase.

2. Lohnbänder und Positionierung prüfen

Bevor du Löhne anpasst, musst du wissen, wo jede Person aktuell steht. Dafür kontrollierst du kurz, ob die bestehenden Lohnbänder noch stimmen, und ordnest jede Person korrekt zu.

Die Position innerhalb des Bands – die Compa-Ratio – ist dabei nur eine Entscheidungsgrundlage, keine eigene Wissenschaft. Wie sie berechnet wird und was sie aussagt, haben wir im Artikel Lohnbänder und Compa-Ratio einfach erklärt im Detail beschrieben. Hier reicht: Wer deutlich unter dem Band liegt, braucht eine Erklärung. Wer deutlich darüber liegt, auch.

3. Gesamtbudget festlegen

Jetzt kommt das Budget – aber top-down, nicht von unten nach oben zusammengerechnet. Üblich sind zwei Varianten:

  • Ein Prozentsatz vom gesamten Payroll-Volumen (z. B. 2,5%)

  • Ein fixer CHF-Betrag

Wichtig dabei: den FTE-Effekt nicht vergessen. Ein Budget von 2,5% auf 100%-Löhne berechnet sich anders als auf pensumsgewichtete Löhne. Wer mit 80%-Pensen arbeitet und trotzdem mit 100%-Jahreslöhnen rechnet, verschätzt sich beim Gesamtbudget schnell um mehrere Prozentpunkte – das ist einer der häufigsten Fehler überhaupt bei der Lohnbudget-Planung.

Das Budget wird an dieser Stelle nur festgelegt, nicht verteilt. Die Verteilung auf einzelne Personen kommt erst später – wer hier zu früh ins Detail geht, verzettelt sich. Erst die Zahl, dann die Logik, dann die Verteilung. In dieser Reihenfolge, nicht umgekehrt.

4. Regeln für Erhöhungen definieren

Bevor einzelne Zahlen verteilt werden, braucht es klare Kategorien. Sonst landest du am Ende bei einer Liste voller Einzelentscheide, die niemand mehr nachvollziehen kann.

  • Generelle Erhöhung (z. B. Teuerungsausgleich)

  • Individuelle Erhöhung (Leistung)

  • Beförderung

  • Markt- oder Strukturanpassung

  • Sonderfälle

Jede Anpassung sollte einer dieser Kategorien zugeordnet sein. Das ist keine Bürokratie um der Bürokratie willen – es ist der Unterschied zwischen einer nachvollziehbaren Lohnrunde und einer, bei der in zwei Jahren niemand mehr weiss, warum Person X mehr bekommen hat als Person Y.

5. Szenarien bauen

Jetzt wird es konkret. Baue mindestens drei Varianten:

  • Konservativ – das Minimum, das nötig ist

  • Ziel – die Variante, die du eigentlich willst

  • Maximal – was möglich wäre, wenn das Budget es hergibt

Für jede Variante: Gesamtkosten, und wie sich die Erhöhung auf einzelne Gruppen auswirkt – nach Bereich, nach Level, nach Geschlecht, falls das für euch relevant ist. Erst wenn du die drei Varianten nebeneinander siehst, lässt sich eine Entscheidung treffen, die mehr ist als ein Bauchgefühl.

Genau hier zeigt sich auch, ob dein Budget überhaupt reicht, um bestehende Abweichungen vom Lohnband zu korrigieren. Manchmal zeigt die Zielvariante erst, dass die ursprüngliche Budgetannahme zu knapp war – und das ist ein Befund, den du lieber jetzt hast als nach der Kommunikation an die Teams.

6. Manager-Inputs sauber einsammeln

Hier scheitern die meisten Lohnrunden. Nicht an fehlenden Daten, sondern daran, dass niemand mehr weiss, welche Datei eigentlich stimmt. Jede Führungskraft schickt ihre eigene Version zurück, mit eigenen Formatierungen, eigenen Spalten, eigenen Kommentaren irgendwo reingequetscht.

Die Lösung: keine separaten Schattenlisten. Ein Eingabeformat, klare Felder, Kommentare nur dort, wo sie wirklich gebraucht werden. Und am Ende eine einzige Masterdatei als Single Source of Truth – nicht sieben E-Mail-Anhänge, die alle "final" heissen.

Wenn drei Führungskräfte drei verschiedene Versionen zurückschicken, hast du kein Compensation-Modell. Du hast ein Versionsproblem.

Ein einfacher Trick hilft enorm: Jede Führungskraft bekommt nur die Spalten zu sehen, die sie auch ausfüllen soll – nicht das ganze Workbook mit allen Formeln und allen anderen Teams. Das reduziert nicht nur Fehler, sondern auch die Versuchung, "schnell noch etwas anzupassen", das gar nicht ihre Entscheidung ist.

7. Entscheidungen konsolidieren

Alle Inputs sind da. Jetzt wird zusammengeführt:

  • Wie viel vom Budget ist verbraucht?

  • Wo gibt es Ausreisser – ungewöhnlich hohe oder tiefe Erhöhungen?

  • Wie verteilt sich das Ganze nach Bereich und Level?

  • Welche Fälle liegen weiterhin unter oder über dem Band?

Das ist der Moment, in dem offensichtlich wird, ob die Lohnrunde fair und budgetkonform ist – oder ob irgendwo nachjustiert werden muss, bevor irgendetwas kommuniziert wird. Ausreisser sind dabei nicht automatisch ein Fehler – manchmal ist eine hohe Einzelerhöhung völlig berechtigt. Aber sie sollte auffallen, bevor sie kommuniziert wird, nicht erst, wenn jemand im Nachhinein nachfragt.

8. Management-Übersicht erstellen

Bevor du die Lohnrunde freigibst, braucht die Geschäftsleitung eine Übersicht, die in zwei Minuten verständlich ist. Keine Pivot-Tabelle mit 40 Spalten.

  • Gesamtbudget und ausgeschöpftes Budget

  • Durchschnittliche Erhöhung

  • Verteilung nach Bereich und Level

  • Mitarbeitende ausserhalb des Bands

  • Vergleich der Szenarien

Eine Lohnrunde wird nicht besser, nur weil die Datei 14 Tabs hat. Sie wird besser, wenn die wichtigste Information auf einen Blick sichtbar ist.

9. Häufige Fehler

  • Mehrere Dateiversionen ohne klare "aktuelle" Version

  • Formeln, die niemand mehr versteht oder nachvollziehen kann

  • 100%-Lohn und FTE-Lohn werden vermischt

  • Budget und tatsächliche Personalkosten werden nicht sauber getrennt

  • Freitext statt strukturierter Eingabefelder

  • Spontane Einzelfälle, die nie dokumentiert werden

Jeder einzelne Punkt klingt banal. In der Summe sind sie der Grund, warum Lohnrunden jedes Jahr gleich stressig sind – obwohl sich am eigentlichen Prozess nichts ändert. Die unangenehme Wahrheit: Die meisten dieser Fehler sind kein Excel-Problem. Sie sind ein Strukturproblem, das sich in Excel genauso zeigen würde wie in jeder anderen Software.

10. Was nach der Lohnrunde dokumentiert werden sollte

Die Lohnrunde ist nicht fertig, wenn die neuen Zahlen verschickt sind. Für nächstes Jahr – und für dich selbst in sechs Monaten, wenn du dich fragst, warum Person X eine Sonderanpassung bekommen hat – lohnt sich eine saubere Dokumentation:

  • Finale Entscheide pro Person

  • Neue Löhne

  • Gültigkeitsdatum der Anpassung

  • Begründung bzw. Kategorie der Anpassung

  • Abweichung vom Budget

  • Learnings fürs nächste Jahr

Wie NOLIQA PAY diesen Prozess abbildet

NOLIQA PAY unterstützt genau diese Schritte in einer Excel-Lösung: Lohnbänder, Mitarbeitenden-Positionierung, Compa-Ratio, Budgetplanung, Szenarien und ein Management-Dashboard – alles in einer Datei statt in sieben. Kein zusätzliches HR-System, kein Abonnement.

Konkret heisst das: Du trägst deine Mitarbeitendendaten einmal ein, definierst die Lohnbänder, und der Rest – Positionierung, Compa-Ratio, Szenarienvergleich, Management-Dashboard – läuft automatisch mit. Statt sieben Dateiversionen am Ende der Woche hast du eine einzige, die immer aktuell ist. Wie das im Detail funktioniert und wo die Grenzen liegen, steht im Artikel Excel vs. teure HR-Software: Was braucht ein KMU wirklich für die Lohnrunde?.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Lohnrunde in Excel typischerweise?

Bei einem strukturierten Vorgehen mit klarer Datenbasis und definierten Eingabeformaten rechnen die meisten KMU mit zwei bis vier Wochen von der Vorbereitung bis zur finalen Freigabe. Ohne Struktur zieht sich das oft über mehrere Monate, einfach weil ständig Versionen hin- und hergeschickt werden und jede Korrekturschlaufe wieder von vorne beginnt.

Brauche ich für die Lohnrunde eine eigene HR-Software?

Nicht zwingend. Für die reine Lohnstruktur- und Vergütungsplanung reicht bei den meisten KMU ein gut strukturiertes Excel-Tool. Mehr dazu im Artikel Excel vs. teure HR-Software.

Was ist der Unterschied zwischen Budget und Personalkosten?

Das Budget ist der Betrag, der für Lohnerhöhungen zur Verfügung steht. Die Personalkosten umfassen den gesamten Lohnaufwand inklusive Sozialleistungen und Nebenkosten. Wer beides vermischt, verliert schnell den Überblick, wie viel vom eigentlichen Erhöhungsbudget tatsächlich noch übrig ist.

Wie gehe ich mit Mitarbeitenden um, die unter dem Lohnband liegen?

Das hängt vom Grund ab: kurze Betriebszugehörigkeit ist etwas anderes als echter Nachholbedarf. Die Positionierung im Band – die Compa-Ratio – hilft, das einzuordnen, bevor du eine Entscheidung triffst. Details dazu im Artikel Lohnbänder und Compa-Ratio einfach erklärt.

Ist NOLIQA PAY eine Lohngleichheitsanalyse oder Equal-Pay-Zertifizierung?

Nein. NOLIQA PAY ist ein Excel-Tool für Lohnstruktur und Vergütungsplanung, keine Rechtsberatung und keine formelle Equal-Pay-Zertifizierung oder Compliance-Prüfung. Wer eine gesetzlich anerkannte Analyse benötigt, braucht die entsprechende offizielle Methode.

Wenn du deine nächste Lohnrunde strukturierter planen möchtest, findest du NOLIQA PAY hier.

 
 
 

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